Zelda II: The Adventure of Link, veröffentlicht von Nintendo im Jahr 1987, ist der Nachfolger des bahnbrechenden Spiels The Legend of Zelda und stellt eine markante Abweichung vom Original dar. Es ist ein Action-Rollenspiel, das eine Seitenscroll-Perspektive und zahlreiche Rollenspielelemente einführt, die es von seinem Vorgänger unterscheidet. Trotz seiner Unterschiede und der polarisierenden Meinungen, die es hervorrief, bleibt Zelda II ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Videospielreihe.
Das Spiel setzt die Geschichte von Link, dem jungen Helden von Hyrule, fort. Nach den Ereignissen des ersten Spiels erfährt Link von einem Fluch, der Prinzessin Zelda in einen tiefen Schlaf versetzt hat. Um sie zu wecken und das Land zu retten, muss Link sechs Kristalle in sechs verschiedene Paläste platzieren und schließlich den Großen Palast erkunden, um den bösen Shadow Link zu besiegen. Diese narrative Struktur erweitert die Mythologie von Hyrule und vertieft die Hintergrundgeschichte der Serie.
Eines der auffälligsten Merkmale von Zelda II ist die Seitenscroller-Perspektive, die im Gegensatz zur Top-Down-Ansicht des ersten Spiels steht. Das Gameplay wechselt zwischen einer Overworld-Ansicht, in der Link durch Hyrule reist, und einer Seitenscroller-Ansicht, in der Kämpfe ausgetragen und Dungeons erkundet werden. Diese Perspektive verstärkt das Gefühl von Aktion und Abenteuer, da sie präzisere Kämpfe und eine direktere Kontrolle über Links Bewegungen ermöglicht.
Ein weiteres zentrales Element von Zelda II sind die Rollenspielelemente, die es einführte. Link kann durch das Besiegen von Feinden Erfahrungspunkte sammeln, die zur Aufwertung seiner Eigenschaften wie Angriff, Leben und Magie verwendet werden können. Dieses Fortschrittssystem verleiht dem Spiel eine zusätzliche strategische Tiefe und ermutigt die Spieler, sorgfältig zu planen und sich in Kämpfen zu verbessern. Diese RPG-Mechaniken haben das Spiel einzigartig innerhalb der Zelda-Serie gemacht und seinen Einfluss auf spätere Rollenspiele unterstrichen.
Die Dungeons in Zelda II sind komplex und fordern die Spieler mit zahlreichen Feinden, Fallen und Rätseln heraus. Jeder Dungeon ist thematisch unterschiedlich und erfordert verschiedene Strategien und Fähigkeiten, um erfolgreich gemeistert zu werden. Das Kampfsystem, das präzises Timing und geschickte Manöver verlangt, stellt dabei eine erhebliche Herausforderung dar. Neben den Dungeons bieten Städte Gelegenheiten zum Interagieren mit NPCs, dem Erlernen neuer Zauber und dem Erwerb hilfreicher Gegenstände, was das Spielgefühl weiter bereichert.
Trotz seines innovationsreichen Designs und seiner kreativen Ansätze war Zelda II bei seiner Veröffentlichung teilweise umstritten und polarisierte die Fangemeinde. Einige Spieler schätzten die Herausforderungen und die neuen Mechaniken, während andere die Abkehr vom klassischen Top-Down-Stil des ersten Spiels kritisierten. Dennoch hat Zelda II einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wird als mutiger Schritt in der Entwicklung der Zelda-Serie betrachtet. Es zeigte die Bereitschaft der Entwickler, mit neuen Ideen zu experimentieren und das Spielerlebnis weiterzuentwickeln.
Heute wird Zelda II: The Adventure of Link oft in einem positiveren Licht betrachtet, insbesondere für seine innovativen Gameplay-Mechaniken und seinen Beitrag zur Entwicklung des Action-Rollenspiel-Genres. Es bleibt ein einzigartiges Kapitel in der Geschichte der Zelda-Serie und hat zahlreichen modernen Spielen als Inspiration gedient. Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Andersartigkeit bleibt Zelda II ein faszinierendes und unverzichtbares Spiel für Liebhaber von Videospielklassikern.