Der Pionier mit Frontantrieb
Inhaltsverzeichnis
Der Ford Taunus – Rückgrat der deut...
Kapitel 1: Die erste Generation – T...
Kapitel 2: Facelift 1955 – Der Taun...
Kapitel 3: Facelift 1958 – Der Taun...
Kapitel 4: Facelift 1960 – Abschied...
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Kapitel 5: Der Ford 12 M P4 (1962–1...
Kapitel 6: Ford 12 M P6 (1966) – De...
Kapitel 7: Facelift 1967 – Feinschl...
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Kapitel 8: Facelift 1968 – Der letz...
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Kapitel 9: Kult & Kurioses – Der 12...
Kapitel 10: Ford 12M Clubs
Kapitel 11: Fazit
Ford Granada
Ford Escort
Ford Taunus
Ford 12m
Ford Transit
Ford 12m
- Der Ford Taunus - Rückgrat der deutschen Mittelklasse
- Kapitel 1: Die erste Generation - Taunus 12 M (1952-1955)
- Kapitel 2: Facelift 1955 - Der Taunus wird moderner
- Kapitel 3: Facelift 1958 - Der Taunus zeigt Profil
- Kapitel 4: Facelift 1960 - Abschied in Würde
- Kapitel 5: Der Ford 12 M P4 (1962-1966) - Eine Revolution mit V4 und Frontantrieb
- Kapitel 6: Ford 12 M P6 (1966) - Der europäische Neuanfang
- Kapitel 7: Facelift 1967 - Feinschliff für einen gereiften P6
- Kapitel 8: Facelift 1968 - Der letzte Schliff für den 12 M
- Kapitel 9: Kult & Kurioses - Der 12 M als Liebling der kleinen Leute
- Kapitel 10: Ford 12M Clubs
- Kapitel 11: Fazit
Der Ford Taunus – Rückgrat der deutschen Mittelklasse >
Kapitel 1: Die erste Generation – Taunus 12 M (1952–1955) >
Im Jahr 1952 präsentierte Ford in Köln den ersten Taunus 12 M – ein Modell, das wie kein anderes den Wunsch nach Normalität, Mobilität und Fortschritt verkörperte. In einer noch vom Krieg geprägten Gesellschaft stand das Auto nicht nur für Technik, sondern auch für Hoffnung und Aufbruch. Die Zahl „12“ verwies auf den Steuer-PS-Wert, das „M“ auf „Meisterstück“. Ein selbstbewusster Name – und ein ebensolches Fahrzeug.Design: Amerikanischer Einfluss mit deutscher Vernunft
Der Wagen war Ford durch und durch – auch optisch. Das Design war stark von den USA inspiriert, mit:
- Runden Kotflügeln,
- einem markanten Wabengrill mit dem berühmten Globus-Emblem,
- einer verchromten Mittelspange und
- schmalen Rückleuchten am Heck.
Ford bot von Anfang an verschiedene Karosserieformen:
- Limousine mit 2 oder 4 Türen
- Kombi (Taunus Turnier)
- Lieferwagen-Variante für Gewerbekunden
Unter der Haube arbeitete ein robuster Vierzylinder-Reihenmotor mit 1.172 cm³ Hubraum, der 38 PS leistete. Die Kraftübertragung erfolgte klassisch über ein Drei- oder Vierganggetriebe an die Hinterachse. Die Technik war simpel, aber zuverlässig – ideal für eine Zeit, in der Werkstätten nicht überall zu finden waren.Die Ausstattung war – typisch für die 1950er – spartanisch: keine Sicherheitsgurte, keine Servolenkung, keine Heizung serienmäßig. Dafür bot der Wagen:
- Gute Rundumsicht
- Solide Verarbeitung
- Einfach zugängliche Technik für Schrauber
Der erste 12 M traf einen Nerv. Mit über 100.000 produzierten Fahrzeugen bis 1955 wurde er ein wirtschaftlicher Erfolg. Kein Wunder: Er kostete vergleichsweise wenig, war wartungsarm und passte perfekt in das neue Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik.Zwischenfazit:
Der erste Ford Taunus 12 M war nicht spektakulär – aber er war zur richtigen Zeit das richtige Auto. Mit ihm etablierte sich Ford Deutschland in der Mittelklasse und legte den Grundstein für viele Generationen erfolgreicher Modelle.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 2: Facelift 1955 – Der Taunus wird moderner >
Drei Jahre nach dem Produktionsstart des Ford Taunus 12 M brachte Ford 1955 ein erstes größeres Facelift auf den Markt. Ziel war es, das Fahrzeug optisch zeitgemäßer zu gestalten und technisch auf einen moderneren Stand zu bringen – ohne dabei die klare Linie und das Erfolgsrezept des Vorgängers zu verlieren.Äußere Veränderungen: Ein Hauch mehr Eleganz
Der „neue“ 12 M bekam ein verfeinertes Frontdesign, das sich von der Weltkugel-Optik etwas entfernte, aber dennoch typisch „Taunus“ blieb:
- Die Weltkugel im Kühlergrill wurde kleiner und wanderte etwas nach oben.
- Die Scheinwerfer wurden neu eingefasst und wirkten markanter.
- Blinker und Rückleuchten erhielten eine modernere Form.
- Neue Zierleisten und Chromdetails sorgten für einen hochwertigeren Eindruck.
Im Innenraum gab es verbesserte Materialien, eine leicht überarbeitete Armaturentafel und je nach Ausstattung auch neue Farbvarianten für Polster und Türverkleidungen. Zwar blieb der Innenraum weiterhin schlicht, aber das Gesamtbild war nun harmonischer und moderner.Technik: Kleine Verbesserungen mit Wirkung
Motorisch blieb der Wagen im Wesentlichen unverändert:
- 1.2-Liter-Vierzylinder mit 38 PS
- Dreigang-Getriebe mit Lenkradschaltung
- Hinterradantrieb
Mit dem Facelift 1955 sprach Ford weiterhin eine breite Zielgruppe an:
- Junge Familien auf dem Weg ins Eigenheim
- Handwerker mit Platzbedarf
- Städter mit Fernweh
Das 1955er Facelift war kein radikaler Schnitt, sondern ein wohlüberlegter Zwischenschritt, der den Taunus frisch hielt und an den schnell wandelnden Geschmack der Kunden anpasste. Ein gutes Beispiel für kontinuierliche Modellpflege statt Schnellschüsse.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 3: Facelift 1958 – Der Taunus zeigt Profil >
Mit dem Facelift von 1958 erhielt der Ford Taunus 12 M eine der sichtbarsten optischen Überarbeitungen seiner ersten Generation. In einer Zeit, in der der Wohlstand wuchs und die Menschen Wert auf ästhetische Details und Individualität legten, reagierte Ford mit einem markant erneuerten Erscheinungsbild – ohne dabei die bewährte Substanz des Fahrzeugs anzutasten.Exterieur: Breiter, flacher, amerikanischer
Das Design des 58er Facelifts nahm deutliche Züge aus dem amerikanischen „Jet Age“-Stil auf:
- Der Kühlergrill wurde breiter und flacher, mit horizontalen Chromstreben.
- Die Scheinwerfer saßen jetzt weiter außen, was das Fahrzeug breiter wirken ließ.
- Die Motorhaube wurde neu geformt und lief nun vorne spitzer zu.
- Die Heckpartie bekam deutlich ausgeprägtere Kotflügel – ein Hauch von Flosse.
- Zusätzliche Zierleisten und Farbakzente verstärkten den Eindruck von Dynamik.
Auch im Innenraum setzte Ford auf neue Reize:
- Zweifarbige Polsterstoffe und neue Dekorelemente am Armaturenbrett
- Verbesserte Instrumente mit klarerer Ablesbarkeit
- Optional: Heizung, Radio-Vorbereitung und hochwertigere Innenverkleidungen
Technisch gab es beim 1958er Facelift keine großen Neuerungen:
- Der bewährte 1.2-Liter-Motor mit 38 PS blieb weiterhin im Einsatz.
- Kleinere Modifikationen an Federung, Dämpfung und Lenkung verbesserten den Fahrkomfort.
- Das Fahrverhalten wurde durch veränderte Spurweiten leicht stabiler.
Das Facelift 1958 sollte den Taunus jünger, flotter und ansprechender machen – ohne die älteren Käufer abzuschrecken. Der Spagat gelang: Der 12 M wirkte nun moderner, blieb aber das Auto des Vertrauens für eine wachsende Mittelschicht.Zwischenfazit:
Mit dem Facelift von 1958 verabschiedete sich Ford vom runden, verspielten Look der frühen 50er und präsentierte einen selbstbewussten, kantiger geformten 12 M, der dem Fortschritt optisch näherkam – ein Schritt in Richtung Moderne, der gut ankam.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 4: Facelift 1960 – Abschied in Würde >
Bevor Ford mit dem kommenden P4 einen radikalen Schnitt wagte, verpasste man dem altgedienten 12 M noch einmal eine behutsame, aber wirkungsvolle Überarbeitung. Das Facelift 1960 markierte den Abschluss einer Ära – und zeigte eindrucksvoll, wie weit sich der ursprüngliche 12 M in acht Jahren entwickelt hatte, ohne dabei seine Identität zu verlieren.Design: Dezent modernisiert
Die äußerlichen Veränderungen fielen im Vergleich zu 1958 weniger drastisch, aber dennoch sichtbar aus:
- Die Frontpartie wurde nochmals glatter gestaltet, mit einer betont waagerechten Linienführung.
- Der Kühlergrill zeigte sich nun in Breitformat mit feinen Querstreben, ganz im Stil der Zeit.
- Die Heckpartie erhielt neue, etwas größere Rückleuchten mit integriertem Rückfahrlicht.
- Neue Radkappen und Chromleisten verliehen dem Fahrzeug eine dezent edle Note.
Im Innenraum näherte sich der Taunus weiter dem Komfortanspruch der unteren Mittelklasse:
- Neues Armaturenbrett mit aufgesetzten Anzeigen
- Verwendung von kunstlederbezogenen Flächen für mehr Wertigkeit
- Bessere Schalldämmung durch Dämmmatten im Fußraum und an der Spritzwand
- Farblich abgestimmte Lenkräder, Schalter und Türgriffe
Auch technisch blieb alles beim Alten – und das war gut so:
- 1.2-Liter-Reihenvierzylinder, weiterhin mit 38 PS
- Optional: 4-Gang-Getriebe (gegen Aufpreis)
- Verbesserte Federdämpfung, leichtere Lenkung durch modifizierte Geometrie
- Neue Batterie- und Lichtmaschinen-Ausführungen für zuverlässigere Elektrik
Auch wenn der 12 M mit diesem Facelift nochmals Käufer fand, war klar: Die Plattform hatte ihre Grenze erreicht. Die Kunden wünschten sich moderne Konzepte, frischeres Design, mutigere Technik. Und genau das sollte zwei Jahre später mit dem P4 kommen.Zwischenfazit:
Das 1960er Facelift war ein würdiger Abschied für eine Baureihe, die Ford in der Mittelklasse etabliert hatte. Ohne spektakuläre Änderungen, aber mit dem klaren Anspruch: Ausgereift, klassisch, zuverlässig.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 5: Der Ford 12 M P4 (1962–1966) – Eine Revolution mit V4 und Frontantrieb >
Im Jahr 1962 überraschte Ford die Branche – und auch viele Kunden – mit einem Modell, das gleich in mehrfacher Hinsicht Neuland betrat. Der neue Ford 12 M P4 war der erste in Deutschland gebaute Pkw mit Vorderradantrieb und quer eingebautem V4-Motor. Das klang futuristisch – und war es auch.Die „P“ in „P4“ stand für „Projekt“ – und dieses Projekt war ambitioniert: amerikanisches Design, technische Innovation und ein völlig neues Fahrzeugkonzept sollten Ford helfen, sich in der sich wandelnden Mittelklasse neu zu positionieren.Design: Amerikanischer Chic aus Köln
Der P4 wirkte auf den ersten Blick wie ein kleiner Thunderbird. Die Linienführung war:
- glatt, gestreckt, mit deutlichen US-Anleihen
- waagerechte Doppelscheinwerfer mit großer Frontmaske
- flacher Grill, breite Motorhaube
- Heckflossen-Ansatz – jedoch dezent genug für Europa
Technisch war der P4 seiner Zeit voraus:
- V4-Motoren mit 1.2 bis 1.5 Litern Hubraum
- Leistungsspanne: 40 bis 65 PS
- Quer eingebauter Frontmotor
- Frontantrieb – ein Novum in der deutschen Großserienproduktion
- Mehr Platz im Innenraum
- Bessere Traktion bei Nässe
- Kompakter Motorraum, leichtere Wartung
- Einzelradaufhängung vorne
- Schräglenker-Hinterachse
- Trommelbremsen rundum, teils mit Bremskraftverstärker
Ford bot den P4 als:
- 2- oder 4-türige Limousine
- Turnier (Kombi)
- und später als Coupé-Variante 15 M TS
- Lenkradschaltung oder Mittelschaltung
- Radio, Heizung, Teppichboden, Zigarettenanzünder
- Zweiteilige Rückbank, Stoßstangenhörner, Weißwandreifen
Der P4 verkaufte sich in über 600.000 Exemplaren – ein Erfolg, obwohl er nicht unumstritten war. Die neue Technik brachte Kinderkrankheiten mit sich (besonders beim frühen V4), und das Design galt manchen als „zu amerikanisch“. Doch unterm Strich bewies der P4: Ford konnte mehr als Mittelmaß.Zwischenfazit:
Mit dem P4 definierte Ford die Mittelklasse neu. Der V4 und der Frontantrieb waren Meilensteine – mutig, richtungsweisend und vor allem wegweisend für das, was kam. Ein echter Wendepunkt in der Taunus-Geschichte.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 6: Ford 12 M P6 (1966) – Der europäische Neuanfang >
Mit dem P6, intern als Projekt der „zweiten Frontantrieb-Generation“ bezeichnet, verabschiedete sich Ford von den geschwungenen Linien des P4 und brachte ein Fahrzeug auf den Markt, das deutlich europäischer, sachlicher und klarer daherkam. Kein Zierrat, kein überflüssiger Chrom – stattdessen: gerade Linien, breite Glasflächen, flache Haube. Die neue Designsprache wirkte aufgeräumt und erwachsen – perfekt für eine Zeit, in der das deutsche Publikum mehr Rationalität und weniger Show wollte.Design: Klar, kantig, kompakt
Das Karosseriedesign folgte nun deutlich der europäischen „Form-follows-Function“-Philosophie:
- Rechteckige Scheinwerfer, eingefasst in ein flaches Frontpanel
- Breite C-Säule, geradliniges Profil
- Kurze Überhänge, stämmiger Auftritt
- Kantiger Kofferraum, ohne „Flossen“-Andeutung
- Flächenbündige Fenster und gerade Gürtellinie
Im P6 wurde die Technik des P4 weiterentwickelt und zuverlässiger gemacht:
- V4-Motoren mit 1.2, 1.3 und 1.5 Litern Hubraum
- Leistungen: 40, 50 oder 65 PS
- Weiterhin Querantrieb mit Frontantrieb
- Verbesserte Kupplung und Getriebe
- Überarbeitete Fahrwerksabstimmung für mehr Komfort
- Auf Wunsch: Bremskraftverstärker, Automatikgetriebe (Selectomatic)
Das Interieur zeigte sich ebenfalls deutlich klarer strukturiert:
- Großes Kombiinstrument mit klar ablesbaren Anzeigen
- Schalter im Stil der Luftfahrt – funktional und hochwertig
- Ruhige Farbwelten, abgesetzte Türverkleidungen
- Serienmäßig: gepolsterte Armaturentafel, verstellbare Sitze, Heizung
Der 12 M P6 wurde als:
- 2- oder 4-türige Limousine
- Turnier-Kombi
- Coupé (15 M TS)
Mit dem P6 hatte Ford endlich einen rundum modernen 12 M im Programm – technisch gereift, optisch angepasst, funktional und dennoch charakterstark. Ein echter Schritt in die Moderne und ein würdiger Nachfolger des P4.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 7: Facelift 1967 – Feinschliff für einen gereiften P6 >
Gerade einmal ein Jahr nach der Markteinführung des P6 beschloss Ford, den 12 M dezent weiterzuentwickeln. Der Grund: Der Markt bewegte sich schnell, und die Konkurrenz – vor allem Opel mit dem Kadett B und VW mit dem Typ 3 – schlief nicht. Also bekam der Taunus eine moderne Modellpflege, die sich an den Wünschen der Käufer orientierte.Äußere Änderungen: Dezent, aber wirkungsvoll
Das Facelift 1967 betraf vor allem die Optik und die Ausstattung, um den Taunus 12 M attraktiver wirken zu lassen:
- Neuer Kühlergrill mit feinerem Muster und klarer Linienführung
- Überarbeitete Frontschürze, mit flacherem Lufteinlass
- Blinker- und Rückleuchten mit Klarglas-Optik und besserer Leuchtwirkung
- Neue Zierleisten an den Kotflügeln und Türen
- Optional: farblich abgesetztes Dach
Auch der Innenraum wurde spürbar aufgewertet:
- Neues Kombiinstrument mit Chromringen
- Veränderte Sitzpolster mit neuen Bezügen
- Verbesserte Türverkleidungen, teilweise mit Kunstholzdekor
- Neue Bedienelemente mit klarerem Layout
- Bessere Geräuschdämmung und angenehmere Materialhaptik
Die V4-Motoren wurden leicht überarbeitet:
- Verbesserte Vergaserabstimmung für ruhigeres Laufverhalten
- Reduzierte Vibrationen durch überarbeitete Motoraufhängung
- Geringfügig verbesserte Schaltdämpfung bei Lenkradschaltung
- Leicht geänderte Feder-Dämpfer-Kombination für mehr Komfort
Das 67er Facelift war zwar kein echter Generationswechsel, aber es festigte den Ruf des P6 als modernes Mittelklassefahrzeug. Gerade Flottenkunden, aber auch private Käufer schätzten die neue Ausstrahlung und die kleine Prise Luxus, die der 12 M nun mitbrachte.Zwischenfazit:
Das Facelift von 1967 machte aus dem Taunus 12 M P6 ein gereiftes und ausgereiftes Fahrzeug, das den Zeitgeist traf. Kein Blender, sondern ein verlässlicher Begleiter – mit einer nun klareren Designsprache und mehr Komfort im Innenraum.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 8: Facelift 1968 – Der letzte Schliff für den 12 M >
Im Jahr 1968 bekam der Ford Taunus 12 M P6 seine letzte Überarbeitung, bevor er 1970 schließlich vom neuen Ford Taunus (TC) mit Hinterradantrieb abgelöst wurde. Dieses Facelift war nicht mehr von revolutionärem Charakter – es war eine modellpflegerische Veredelung, die den P6 optisch und technisch in höchster Reife präsentierte.Design: Ein Hauch von Oberklasse
Beim 68er Facelift wurden die Front- und Heckgestaltung nochmals leicht überarbeitet, um dem Fahrzeug einen gediegeneren, fast schon eleganten Look zu verleihen:
- Der Kühlergrill wurde breiter und filigraner ausgeführt, mit mehr Chromanteil.
- Neue, rechteckige Blinkleuchten unter den Scheinwerfern
- Geänderte Stoßstangen mit Gummileisten – erstmals serienmäßig bei vielen Varianten
- Optional: Dachreling, Radkappen im „Radial“-Design
Auch innen wurde der 12 M weiter aufgewertet:
- Neues Armaturenlayout mit Soft-Touch-Oberfläche
- Hochwertigere Polsterstoffe und neue Farbkombinationen
- Verbesserte Schalldämmung
- Serienmäßige Sicherheitsausstattung wie Kopfstützen, Warnblinkanlage und Sicherheitsgurte
Der V4-Motor wurde in seiner leistungsstärksten Variante auf 65 PS gebracht, die Ausstattungslinien unterschieden sich nun klarer:
- Basismodell mit 1.2-Liter-Motor (40 PS)
- L- und XL-Modelle mit 1.3 oder 1.5 Litern (bis 65 PS)
- Optional: Automatikgetriebe („Selectomatic“)
- Verbessertes Heizungssystem, neue Lichtmaschine mit mehr Leistung
- Leicht veränderte Achsgeometrie für bessere Fahrstabilität
Bis 1970 lief der Ford 12 M P6 vom Band – als Limousine, Turnier und (seltener) Coupé. Dann wurde die komplette Modellstruktur bei Ford neugestaltet: Der Taunus bekam eine neue Hinterradantriebsplattform (Taunus TC), neue Motoren und ein neues Designkonzept.Mit dem Ende des 12 M ging bei Ford eine Ära zu Ende – und eine neue begann.Zwischenfazit:
Das 68er Facelift war der Höhepunkt einer langen Entwicklung. Der Taunus 12 M hatte sich über fast zwei Jahrzehnte kontinuierlich gewandelt – vom Nachkriegsfahrzeug zum modernen, europäischen Mittelklassewagen.
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https://www.fordfan.de/ Kapitel 9: Kult & Kurioses – Der 12 M als Liebling der kleinen Leute >
Der Ford Taunus 12 M war nie ein Aufreißer, nie ein Statussymbol – aber genau das machte ihn zum unvergessenen Helden des Alltags. Vom Weltkugel-Taunus der frühen 1950er bis zum sachlich gezeichneten P6-Modell der späten 1960er begleitete der 12 M Millionen Deutsche durch ihre ersten Urlaube, Lehrjahre und Familiengründungen. Und unterwegs sammelte er Anekdoten, Geschichten – und sogar ein bisschen Kultstatus.
Der 12 M im Film, Funk & Fernsehen
„Der letzte Fußgänger“ (1960)
In dieser Heinz-Erhardt-Komödie fährt ein 12 M der frühen Baujahre durchs Bild – noch rund, noch verchromt, ganz der "brave Bürger" auf vier Rädern.
„Polizeiruf 110“ & „Tatort“ (1970er)
Späte P6-Modelle wurden in Nebenrollen gern als Zivilfahrzeuge, Taxi oder Täterauto eingesetzt. Kein Wunder: Er war im echten Leben ja auch überall präsent.
Werbefilme der 1950er/60er
Ford selbst drehte etliche nostalgische Werbefilme, in denen der 12 M über Alpenpässe fuhr, Hängerkupplung zog oder Picknick-Körbe transportierte – und dabei stets mit der Botschaft: „Der neue Ford 12 M – macht jeden Weg leicht.“
Kurioses aus dem echten Leben
Der Hochzeits-12 M:
In vielen ländlichen Regionen diente der 12 M mit Dachgepäckträger und Fichtenzweig-Deko regelmäßig als Hochzeitsauto – mit Konservendosen am Auspuff und „Frisch verheiratet“-Schild im Heckfenster.
Der Tankstellen-Testwagen:
In den 60ern stellten viele Tankstellen ihren Azubis einen alten 12 M hin – zum Üben von Ölwechsel, Zündkerzenprüfung und Ventileinstellen. Motto: „Wenn der 12 M’s überlebt, machste’s richtig.“
Weltkugel als Schlüsselkette:
Manche stolzen 12-M-Fahrer montierten sich das Ford-Weltkugel-Emblem (aus dem Grill) als Schlüsselanhänger oder gar Halskette. In der Szene galt das als „inoffizielles Fahrerabzeichen“.
Der 12 M als Feuerwehrwagen:
Ja, tatsächlich: Besonders in kleinen Dörfern liefen P4-Kombis mit Blaulichtaufsatz als kleine Löschfahrzeuge, meist mit Tragepumpe im Heck – fast schon liebevoll „Wasserträger auf vier Rädern“ genannt.
Legenden unter Bastlern & Oldtimerfreunden
„Er läuft immer“ – Mythos oder Wahrheit?
In 12-M-Kreisen kursiert bis heute der Satz:
„Du kannst ihn vergessen, aber er bringt dich trotzdem heim.“
Viele 12 M galten als „unkaputtbar“, selbst wenn sie nach drei Wintern durchrosteten.
„Der erste Fronttriebler, der auf dem Rückweg Öl verliert.“
Ein Seitenhieb auf den P4, dessen früher V4-Motor zwar mutig, aber auch tropfempfindlich war – Motorölverlust war seriennah, Schrauber nannten ihn liebevoll „der Öler“.
Spitznamen aus dem Alltag
Spitzname Herkunft/Bedeutung
„Weltkugel-Taunus“ Wegen des Emblems auf dem Kühlergrill
„Schwiegermutters Liebling“ Wegen der braven Form und bescheidenen Leistung
„Fordchen“ In ländlichen Regionen gebräuchlich für den 12 M
„Ölkugel“ Szene-Spitzname für den tropfenden V4 im P4-Modell
„Trabant-Schreck“ In der DDR-BRD-Grenzregion gefürchtet wegen höherer PS
Zusammengefasst:
Der Ford Taunus 12 M war kein Showstar – aber ein Alltagsheld, ein treuer Begleiter und ein Fahrzeug, mit dem man groß wurde, Urlaub machte, heiratete und manchmal sogar Abschied nahm. Und genau das macht ihn heute zu einem emotionalen Klassiker, der mehr Geschichten erzählt als PS.
Kapitel 10: Ford 12M Clubs >
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Kapitel 11: Fazit >
Der Ford Taunus 12 M: Vom Weltkugel-Symbol zum Alltagshelden
Eine Reise durch fast zwei Jahrzehnte deutscher Autogeschichte
Der Ford Taunus 12 M ist mehr als nur eine Modellbezeichnung – er ist ein Stück Automobilgeschichte, das sich über mehrere Epochen hinweg gewandelt und angepasst hat, ohne dabei jemals seinen Grundcharakter zu verlieren: bodenständig, bezahlbar, zuverlässig.Was 1952 mit einem rundlichen, amerikanisch inspirierten Design begann, entwickelte sich über drei Generationen hinweg zu einem modernen, sachlich geformten Mittelklassefahrzeug mit europäischem Profil. Kein anderes Modell im deutschen Ford-Programm hatte bis dato eine vergleichbare Modellvielfalt und Laufzeit.Ein Überblick über die Entwicklung:Modell Baujahr(e) Besonderheiten
12 M (G13) 1952–1955 Weltkugel-Design, runder Look, einfacher Vierzylinder
Facelift 1955 ab 1955 Verfeinerte Front, neue Details
Facelift 1958 ab 1958 Amerikanischer Stil, mehr Chrom, neue Heckpartie
Facelift 1960 ab 1960 Abschied vom Altbau-Stil, reifer Auftritt
12 M P4 1962–1967 V4-Motor, Frontantrieb, US-Design, technischer Sprung
12 M P6 1966–1970 Sachlicher Look, moderne Linie, Komfortsteigerung
Facelift 1967 ab 1967 Neue Frontdetails, besserer Innenraum
Facelift 1968 ab 1968 Endausbaustufe, gehobene Ausstattung, SicherheitsfeaturesDer 12 M im Rückspiegel der Geschichte
- Technisch mutig: Der P4 brachte den Frontantrieb in die deutsche Großserie.
- Gestalterisch wandelbar: Vom rundlichen Nachkriegsdesign zur geradlinigen 70er-Form.
- Sozial verankert: Vom Erstwagen junger Familien bis zum Firmenfahrzeug.
Der Taunus 12 M wurde nie mit Superlativen beworben – und genau darin liegt sein Charme. Er war der Wagen für die breite Masse, ein „Volkswagen ohne Käfer-Allüren“. Er zeigte, wie man mit kontinuierlicher Modellpflege, technischer Weiterentwicklung und klarem Konzept ein verlässliches Rückgrat in der Mittelklasse bildet.Heute: Ein unterschätzter Klassiker
Zwar ist der 12 M kein Sammlerstar wie der Ford Capri oder Mustang – doch gerade seine Zurückhaltung und Ehrlichkeit machen ihn heute für Kenner interessant. Gut erhaltene Exemplare sind selten geworden, aber in Oldtimerkreisen genießen sie großen Respekt. Und das völlig zurecht.Der Ford Taunus 12 M war nie laut, nie extravagant – aber immer da, wenn man ihn brauchte. Und vielleicht ist genau das das größte Kompliment, das man einem Automobil machen kann.